Da Sie die Musik, das Land, die Menschen lieben

Das Sahel Calling Projekt glaubt an die Kraft der Musik zu Frieden, Demokratie und Freude zu schaffen. Das Projekt unterstützt die Musiker in ihrer Rolle als Friedensstifter, Menschenrechtsaktivisten und Feiernden in der Sahelzone in Westafrika.

Wir konzentrieren uns auf vier Bereiche:
1. Filmmaking und Verteilung
2. Frieden-durch-Musik Projekte
3. Medienarbeit und Interessenvertretung
4. Musiker Support & Liaison

Das Sahel Calling Projekt lädt ein weltweites Publikum in all seinen Initiativen, einschließlich der kostenlosen Verteilung von einem unserer kurzen Dokumentarfilm, sowie in Projekte, Medienarbeit und Musiker Antwort zu engagieren. Besuchen Sie unsere Seite Get Involved für weitere Informationen.

Obenfoto von Angelo Miramonti.


Touareg divorce ceremony (K. Werntz)






info@sahelcalling.com


Die aktuellen Neuigkeiten aus unserem Blog..


Posted by Moni / John Bosch, Regisseur on February 23, 2013

Jeder Tag hier in Bamako ist eine Gelegenheit, zu sehen, zu lernen und vor allem zu zuhören. Wenn wir zuhören, erkennen wir, dass die tiefsten Sorgen und Ängste der Menschen von allen Personen auf dem Planeten geteilt werden. Es sind grundlegende Bedürfnisse, die erfüllt werden müssen, und ein sicheres Umfeld ist notwendig um zu versuchen diese zu erfüllen. Es gehört besonders erwähnt, dass in Mali die extreme Armut so allgegenwärtig ist. Es fühlt sich furchtbar an 200,000 CFAs in der Tasche zu haben, jedoch nicht wirklich imstande zu sein,einem Kind mit einem amputierten Bein und Krücken, das an dein Autofenster klopft, zu helfen.

Man sieht diese Leute, so wie in jedem Land in dem ich bisher gewesen bin und der Stadt in der ich lebe, welche versuchen durch die Güte anderer Menschen und der Gnade Gottes zu überleben. Hier ist das Ausmaß der Armut massiv. Und doch sehen Sie überall in Bamako Leute, die unglaubliche Arbeit mit wenigen Mitteln leisten.

Djebi Der Sänger Djebi hat einen Abschluß in Buchhaltung, aber als Kind hat er in seiner Heimatstadt Tombouctou in einer christlichen Kirche zu singen gelernt. Seine Band, Djebi 5, konnte seit die militärischen/politischen Unruhen begonnen haben, keine Auftritte mehr bekommen, daher muß er aktiv nach Buchhaltungsjobs suchen um seine Miete bezahlen und seine Familie ernähren zu können.

Unser täglicher Ablauf ist ein paar Minuten zur Hauptstraße zu gehen, ein Taxi anzuhalten, meistens ein zusammengeflickter alter Mercedes, gefahren von einem Typen: dem "Taximan" - mit seinem Namen und seiner Lizenznummer - geschrieben mit weißer Tinte auf dem Armaturenbrett. Es ist toll wenn Du ein Taxi erwischt, das eine Fensterkurbel hat, aber zumindest das Fenster des Fahrer ist immer heruntergekurbelt. Meistens plärrt Musik und wir verfolgen die Musikauswahl unseres Fahrers (gestern Nacht: DMX und Ruff Ryderz, Tags zuvor: Celine Dion, Salif Keita, arabisch klingende Musik, etc….)


Gestern früh haben wir das Haus um 7Uhr verlassen, unsere Sachen schleppend, am Weg zur Hauptstraße um ein Taxi zu erwischen. Wir schlagen die Richtung zum Flußufer ein um die morgendlichen Sonnenstrahlen zu geniessen, unsere "magische Stunde" - wie wir im Filmjargon sagen. An der Ecke unserer Straße ist ein unbebautes Grundstück und eine kleine Gruppe von 3 Arbeitern erstellt perfekt geformte Betonziegel - mit ihren Händen und einigen einfachen Werkeugen in der angenehmen Morgensonne. Als wir zurückkommen haben sie genug für ein Fundament. (photo: Musiker Arouna Coulibaly (Ben Zabo) und Tiken Jah Fakoly am Dach des Jah´s club RadioLibre.)

Unser Schwerpunkt liegt auf den Musikern, wir suchen Sänger, Songschreiber und Spieler, die jeden Tag einen Weg finden zu arbeiten, auch für nichts. Sie spielen Musik und singen Lieder um ihre kulturelle Seele hoch zu halten, denn Musik ist der Herzschlag des malinesischen Universums. Und ohne Musik: Mali würde schlicht und einfach sterben. Genauso denken sie intensiv über die Situation ihres Landes nach und reagieren intelligent und leidenschaftlich auf die Fragen, die wir ihnen bezüglich ihrer tiefsten Sorgen stellen.

BassekouN´goni Bassekou Kouyate nimmt im Studio Bogolan einen Song, den er geschrieben hat, auf, "Essakane, mit Afel Bocoum, Ami Sako, Ahmed von Amanar und anderen ausgezeichneten Musikern. In dem Song geht es um die Absage des "Festival au deser" und dem Wunsch nach Einigung unter Mali´s ethnischen Gruppen.

Letzte Nacht hat uns Ahmed von der Tamishek Band Amanar (das Wort bedeutet Nordstern) eine seiner früheren Geschichten erzählt. Eines Tages, als er von seinem Heimatort Kedal weg war, Banditen (bekennende Muslime) stürmten in sein Haus und forderten die elektrische Gitarre. Ahmed´s Schwester versuchte sie zu ignorieren, doch die Eindringlinge fanden die Gitarren und weiteres Musikequipment, trugen es auf die Straße und verbrannten alles.

Wir sprechen hier nicht über rituelle Opfer für einen friedlichen, psychedelischen Gott, a la Jimi Hendrix. Dies ist die brutale Sprache und Ausdruck von Kontrolle und Gewalt gegen anderer Menschen Besitz- und Heiligtum und Lebensunterhalt.

Ahmed auf AmanarAhmed von der Band Amanar (dem Wort für Nordstren in Tamishek), erzählt von der Verbrennung seiner Gitarren von Rebellen in Kindal, Mali. Er war gezwungen entweder mit seiner Familie zu fliehen oder Grausamkeit durch die Rebellen zu erfahren.

Nach dem Verbrennen der Instrumente haben sie Ahmed durch seine Schwester eine Nachricht hinterlassen: Komm heim, mach weiter mit der Musik und wir zeigen dir, wie Du Deine Hände nicht mehr gebrauchen kannst, um zu Gott auf normalem Weg zu beten. Wir werden Dir Deine Hände abhacken.Oder komm heim und wir werden dir zeigen, wie du der Moscheenführer auf korrekte Weise sein kannst. Aber zuerst musst du das tun was wir dir sagen.

Als Musiker und Gitarrist, wie ich selbst einer bin, muß ich ehrlich zugeben, hatte ich niemals Sorgen, so tiefgehend wie diese und daher muß ich vielleicht meine ursprüngliche Meinung widerrufen. Nicht ALLE in der Welt teilen die gleichen Sorgen. Manche von uns sind mit Bedrohungen konfrontiert, die wir uns nur in unseren schlimmsten Alpträumen vorstellen können.

John Bosch
21 Februar, Bamako


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